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Drogen & Konsum

Drogen (Know Drugs)

Jeder Rausch bedeutet ein Risiko und Festivals eignen sich nicht für Drogenexperimente. Falls ihr trotzdem beabsichtigt, psychoaktive Substanzen zu konsumieren, dann informiert euch vorher genau darüber, worauf ihr euch einlasst, über (Wechsel-)Wirkungen, Risiken und Nebenwirkungen (Drug, Set und Setting). Umso mehr du weisst, desto eher kannst du eine risikoarme Konsumhaltung entwickeln. Insbesondere bei unbekannten und nicht analysierten Substanzen ist es wichtig, erst eine kleine Menge einzunehmen (antesten), denn ihr wisst nie genau, wie viel von welchem Wirkstoff/Streckmittel enthalten ist und wie ihr darauf reagiert.

Bist du aus der Schweiz, kannst du psychoaktive Substanzen in Zürich und Bern testen. Kaufe vor Ort nicht vom erst besten Angebot. Da Mischkonsum das Risiko erhöht, beschränkt euch bestenfalls auf eine oder auf Kombinationen euch bekannter Substanzen und löscht euren Durst primär mit Wasser und nicht mit Alkohol! Ihr werdet euch selbst dankbar sein, eure Freunde, die Sanität und der Sicherheitsdienst ebenso.

Rechtliche Situation

Der Konsum und Besitz der meisten berauschenden Pillen, Pulver, Blüten und Filze sind in der Schweiz von Gesetzes Wegen verboten. Der Handel wird konsequent verfolgt und zur Anzeige gebracht. Da ein Festival kein rechtsfreier Raum ist, gelten diese Gesetzte natürlich auch hier. Das heisst am Eingang findet eine Gepäckskontrolle statt. Werden Drogen gefunden, erfolgt je nach Menge eine Übergabe an die Polizei, eine Zutrittsverweigerung und/oder eine Aufforderung die Substanzen zu vernichten. Kontrollen finden nicht nur am Eingang, sondern auch auf dem Festivalgelände statt. Je nach Menge wird der Drogenkonsum angezeigt oder du wirst vom Festival ausgeschlossen.

Unterlagen: Know Drugs Booklet

Link: Betäubungsmittelgesetz

 

Fragen:

  • Habe ich das alles verstanden? Weiss ich, was erlaubt oder verboten ist?
  • Sollen meine Freunde, z.B. Reisepartner, in diese Geschichte mitreingezogen werden?
  • Wenn ich mich nicht daranhalte, kann ich mit den Konsequenzen leben, wenn ich erwischt werde?
  • Ist mir bewusst, dass diese Regeln aus guten Gründen aufgestellt wurden?

Drug, Set und Setting

Diese drei Faktoren stehen in enger Wechselwirkung und bestimmen die Art und Weise des Konsums sowie die Wirkung und das Risikopozential von Drogen entscheidend mit. Reflektiere vor jeden Konsum, auch wenn du nachdosierst oder evtl. mischst, diese drei Ebenen, damit du das Risiko nicht unnötig erhöhst.

 

Drug, Set und Setting:

  • Wirkprofil jeder einzelnen Substanz (Wirkung, Nebenwirkungen, Langzeitfolgen)
  • Substanzzusammensetzung (Drug Checking)
  • Einnahmeform und Dosis
  • Safer-Use-Informationen
  • Aktuelle körperliche und psychische Gesundheit
  • Körperliche und psychische Voraussetzungen (Krankheiten, Einschränkungen)
  • Konsummotivation
  • Persönliche Erfahrungen (Memory- oder Placebo- Effekt)
  • Vorgesehener Konsumort
  • Erreichbarkeit/Transportmöglichkeit
  • (Mit-)Konsument/innen
  • Begleitpersonen
  • Zugang zu Safer-Use-Materialien

 

Fragen:

  • Kenne ich das Wirkprofil der Substanzen welche ich beabsichtige zu konsumieren?
  • Weiss ich über Dosis, Aufnahmeform und Safer Use Bescheid?
  • Wurde das Produkt welches ich konsumiere vorher getestet (Drug Checking) oder ist deklariert, was darin enthalten ist (Alkoholgehalt)?
  • Wie geht es mir psychisch? Wie fühle ich mich körperlich?
  • Kam es schon einmal zu spezifischen Vorkommnissen, nach dem Konsum einer spezifischen Substanz?
  • Gibt es am Festival ein Rückzugsort, wo ich verweilen kann wenn es mir zu bunt wird (Reizüberflutung)?
  • Wir gut kenne ich die Menschen, mit welchen ich ans Festival reise? Vertraue ich denen?
  • Wo kann ich mich vor Ort informieren, wo befindet sich für den Notfall die Sanität?

 

Substanzinformationen findest du auf verschiedensten Webseiten, SDS empfiehlt dir dich auf den folgenden Partner-Webseiten zu informieren.

Links: Know-drugs.ch, saferparty.ch, raveitsafe.ch

Alkohol

Alkohol ist flüssig, schmeckt und ist für viele von euch fester Bestandteil eines Festivalweekends. Oft wird vergessen, dass es sich bei Alkohol um ein, je nach Dosis, starkes Rauschmittel handelt. Er ist zwar flüssig, entzieht dem Körper aber Flüssigkeit. Deshalb löscht auch an Festivals euren Durst mit Wasser oder anderen alkoholfreien Getränken. 5 dl Wasser pro Stunde helfen, seinen Wasserhaushalt zu verbessern. Legt mehrstündige (Grenze gegen oben offen) Konsumpausen ein. Es ist wichtig, immer genug zu essen. Vor allem berauscht euch nie so weit, dass ihr nicht mehr Frau oder Herr der Lage seid.

Nur weil Alkohol legal erhältlich ist, heisst das nicht, dass man weniger aufpassen muss als bei anderen Substanzen. Deshalb nie zu viel Geld dabeihaben oder auf die Getränkekarte aufladen, damit du wenigstens bei der Geldbeschaffung eine Trinkpause machen musst.

 

Links: bemyangel.chSuchtprävention Selbsttest

 

Fragen:

  • Kenne ich das Wirkprofil von Alkohol?
  • Darf man selber Alkohol mitbringen? In PET- oder Glasflaschen?
  • Wie viel Geld will ich für Alkohol ausgeben? Habe ich noch genug Geld für Essen?
  • Wie peinlich bin ich auf einer Skala von 1-10 wenn ich im Vollsuff bin?
  • Habe ich auch Zeit mich vom Kater zu erholen (Schlaf etc.)?
  • Wo gibt es nicht nur Bier, sondern auch Wasser?

Drug Checking

Da die Dosis das Gift ausmacht und illegale Substanzen immer wieder mit Streckmitteln versetzt sind, solltest du den tatsächlichen Inhalt deines Produktes kennen. Drug Checking steht für ein Angebot, das eine chemische Substanzanalyse in Kombination mit einer persönlichen Beratung anbietet. Dies hilft dabei, den tatsächlichen Inhaltstoff der gekauften Substanz sowie die Dosierung in Erfahrung zu bringen und bietet die Möglichkeit, Substanzfragen an Fachpersonen zu stellen. Drug Checking-Angebote können in der Schweiz kostenlos und anonym genutzt werden. Ist es dir nicht möglich, die Substanz analysieren zu lassen, solltest du dich Online über Warnungen informieren und bei der erstmaligen Einnahme mit einer niedrigen Dosis beginnen.

 

Links: Know-drugs.ch, saferparty.ch, raveitsafe.ch

 

Drug Checking Analyseresultate findest du auch Online. Beachte dabei, dass es keinen Logo-Schutz gibt und Pillen mit demselben Logo unterschiedliche Wirkstoffgehalte oder Zusammensetzungen aufweisen können. Ist deine Pille nicht Online auffindbar, muss dies nicht heissen, dass diese keine hohe Dosis oder Streckmittel enthält, es kann auch sein das diese noch nicht analysiert worden ist.

 

Links: Know-drugs.ch, saferparty.ch, raveitsafe.ch

 

Fragen:

  • Kenne ich die Zusammensetzung der Substanz welche ich beabsichtige zu konsumieren? Streckmittel, Wirkstoffgehalt?
  • Wie komme ich an die Substanzen? Bringe ich die mit, beabsichtige ich dir dort zu kaufen?
  • Gib es vor Ort ein Drug Checking Angebot oder kann ich ein solches im Vorfeld nutzen?
  • Handelt es sich bei der Online abgebildeten Pille tatsächlich um die Selbe?
  • Kenn ich die Safer Use Regeln, wie niedrig dosieren?

Safer Sniffing

Das Teilen von Sniff-Utensilien wie Röhrchen oder Banknoten ist nicht nur unhygienisch, man kann sich dabei auch mit schweren Infektionskrankheiten anstecken. Schon kleine Verletzungen in der Nasenschleimhaut durch scharfkantige Röhrchen können genügen, um sich mit Hepatitis-Viren zu infizieren. Deshalb:

  • Röhrchen nicht gemeinsam benutzen!
  • Gönne deiner Nasenschleimhaut genügend Erholung, reinige und pflege sie regelmässig.
  • Hacke das Pulver so klein wie möglich – je grösser die Kristalle, desto mehr schädigen sie deine Nasenschleimhaut. Achte dabei auf eine saubere Oberfläche.
  • Reinige und pflege deine Nasenschleimhaut nach dem Konsum:
    • Nasenspülung: 1 Löffel Meersalz, Emser-Salz o.ä. in 2,5 dl warmem Wasser auflösen
    • Kopf zur Seite neigen und durch ein Nasenloch laufen lassen, das Wasser läuft dann durch das andere Nasenloch wieder raus
    • Anschliessend ein wenig Salbe oder Nasenöl gegen die Trockenheit verwenden.

Ist deine Nase beeinträchtigt oder geschädigt (z.B. Nasenbluten), suche einen Arzt oder eine Ärztin auf.

 

Links: Know-drugs.ch, saferparty.ch, raveitsafe.ch

 

Fragen:

  • Was beabsichtige ich als Röhrchen zu verwenden? Ist dieses sauber, hat es scharfe Kanten?
  • Auf welcher Unterlage und mit was soll das Produkt feingehackt werden?
  • Kann ich meine Nase vor Ort pflegen?
  • Was tue ich meine Nase nach dem Festival zu gute?

Mischkonsum

Die Kombination von zwei oder mehr Substanzen innerhalb kurzer Zeit belastet Körper und Psyche stark. Die Wirkungen, die eine Kombination von zwei oder mehr Substanzen auslöst, sind schwer einzuschätzen und entsprechen in der Regel nicht der Summe beider Einzelwirkungen (1 + 1 ≠ 2). Je nach Substanz potenzieren oder verstärken sich die jeweiligen Effekte (z.B. extreme Dopaminkonzentrationen), oder sie beeinflussen Körper und Psyche in verschiedene Richtungen (Stimulierung versus Beruhigung). Beides ist für den Körper belastend.

Die Gefahr unangenehmer, gar medizinischer Zwischenfälle oder ausgeprägter Hangovers erhöht sich durch Mischkonsum. Falls du trotzdem Mischkonsum betreibst, vermeide besonders riskante Kombinationen und beachte die folgenden Safer-Use-Orientierungspunkte:

 

  • Lerne auf jeden Fall zuerst die Wirkungen der Substanzen einzeln kennen, ohne Wechselwirkung mit anderen Substanzen.
  • Warte zumindest die volle Wirkung einer Substanz ab, bevor du die nächste konsumierst.
  • Denk daran, dass verschiedene Substanzen unterschiedlich lange benötigen, bis sie ihre maximale Wirkung entfalten.
  • Trinke wegen der hohen Belastung von Leber und Nieren immer viel Wasser (5 dl / Stunde). Verzichte auf Alkohol.
  • Alkohol verändert generell die Wirkung anderer psychoaktiver Substanzen.
  • Wenn du Uppers benutzt, um das Herunterkommen zu verzögern, verstärkst du den Hangover und erhöhst das Risiko unangenehmer Nachwirkungen. Downers zum Herunterkommen verlängern den Hangover und haben meist ein hohes Abhängigkeitspotenzial.
  • Anwesende Freund/innen oder Bekannte sollten wissen, was du und wie viel du konsumiert/gemischt hast.
  • Wenn du Medikamente nimmst, informiere dich über mögliche riskante Wechselwirkungen mit Drogen (Beeinträchtigung der Wirksamkeit, schwere Komplikationen!).

 

Links: Know-drugs.ch, saferparty.ch, raveitsafe.ch

 

Fragen:

  • Was erhoffe ich mir davon, wenn ich diese beiden Substanzen miteinander mische?
  • Kenne ich das Wirkprofil jeder einzelnen Substanz?
  • Habe ich diese Substanzen einzeln schon einmal konsumiert? Wie habe ich die Wirkung wahrgenommen?
  • Handelt es sich dabei um eine besonders riskante Mischung?
  • Wissen meine Freunde, was ich tue?

Chill Out, Cool and Come Down

Da die Körpertemperatur infolge der Einnahme von psychoaktiven Substanzen meist erhöht ist, solltest du immer wieder Pausen einlegen. Auf Kopfbedeckungen sollte generell verzichtet werden, da ein Grossteil des Wärmeaustauschs über den Kopf erfolgt.  Beachte insbesondere in den Bergen auch, dass es in der Nacht schnell kalt sein kann. Auf Drogen merkst du da die Kälte weniger, was die Gefahr sich zu erkälten erhöht. Da du unmöglich über mehrere Tage High sein kannst, solltest du Zeit und Raum für das Come Down einberechnen.

Besonders nach Methamphetamin, Ecstasy, Speed oder Kokain kann es zu einem Hangover mit Motivationslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Angst und Unsicherheit kommen. Du bist erschöpft und müde und hast ein gesteigertes Ruhebedürfnis. Verzichte bei einem Hangover unbedingt auf den weiteren Konsum psychoaktiver Substanzen – du verlängerst damit nur die Dauer der Nachwirkungen, verstärkst die negativen Effekte und erhöhst das Abhängigkeits-Risikopotenzial.

 

Unterlagen: Know Drugs Booklet

 

Fragen:

  • Wie ist meine Körpertemperatur, wann habe ich das letzte Mal eine Pause gemacht?
  • Wo befinden sich die Rückzugmöglichkeiten auf dem Gelände?
  • Habe ich genügend Zeit für das Come Down reserviert?
  • Wo und mit wem will ich oder werde ich Runterkommen?
  • Habe ich ein trockenes T-Shirt oder eine Jacke dabei – wenn es am Abend, in der Nacht, kälter wird?